Interesse an Sexological Bodywork?
Ein Leitfaden zur Kontaktaufnahme für Männer
Liebe Männer! Ich arbeite sehr gerne mit euch. Sexological Bodywork ist eine schöne Möglichkeit, mit dem eigenen Körper in Kontakt zu kommen und die eigene Sexualität neu zu entdecken – das Kraftvolle und Direkte daran, aber auch das Verletzliche und Zarte. Ich freue mich, wenn du diese Möglichkeit ausprobieren möchtest und ich dich dabei begleiten darf.
Leider kommt es immer wieder vor, dass Männer sich in einer Weise an mich wenden, die ich als unangemessen empfinde – sowohl vom Ton her als auch inhaltlich.
Ich gehe davon aus, dass dies in den meisten Fällen aus Unsicherheit, fehlendem Wissen, mangelnder Erfahrung und letztlich aus Scham und aus Angst vor Ablehnung passiert.
Um dem zu begegnen, stelle ich dir hier ein paar Hinweise bereit, an denen du dich bei der Kontaktaufnahme orientieren kannst.
1. Finde heraus, welches dein Wunsch ist
Sexological Bodywork umfasst eine große Bandbreite an Methoden. Vieles ist dabei möglich – aber nicht alles.
Je genauer du deinen Wunsch kennst und benennen kannst, desto zuverlässiger finden wir zusammen heraus, ob ich das richtige Gegenüber für dich bin. Grundsätzlich haben alle Wünsche ihre Berechtigung – aber nicht mit allen bist du bei mir an der richtigen Adresse.
✅ Du bist bei mir grundsätzlich richtig, wenn du an einem bestimmten Thema arbeiten möchtest, z.B.:
• Probleme mit Erektion und Orgasmus
• Unerfahrenheit mit partnerschaftlicher Sexualität
• Loslassen und den eigenen Körper spüren lernen
• Scham abbauen
❌ Du bist bei mir NICHT richtig, wenn du dich vor allem ausleben und eine prickelnde Erfahrung machen willst, z.B.:
• Fantasien ausleben, die du im „echten Leben“ nicht ausleben kannst
• angeturnt und stimuliert werden und garantiert zum Orgasmus kommen
• deiner Lust ungebremst freien Lauf lassen
• eine geile Erfahrung machen, ohne etwas leisten zu müssen
-> Mit diesen Wünschen wendest du dich am besten an eine*n Erotikmasseur*in, eine*n Sexarbeiter*in oder nutzt eine Plattform für private Sexdates wie z.B. Joyclub.
2. Formuliere deinen Wunsch möglichst klar
Ahnst du, dass du mit deinem Anliegen bei mir an der falschen Adresse bist, weißt aber nicht genau, wohin du dich sonst damit wenden könntest? Dann ist die Versuchung vielleicht groß, deinen Wunsch ein bisschen zu verschleiern, damit du vielleicht doch von mir bekommst, wonach du dich sehnst. Das führt in der Regel aber nur zu Frust: Im Vorgespräch oder spätestens in der Sitzung stellt sich heraus, dass dein Anliegen nicht zu meinem Angebot passt. Dann haben wir beide schon Zeit, Energie und du vielleicht auch Geld investiert, dein Wunsch wird trotzdem nicht erfüllt, und du fühlst dich abgelehnt. Wenn du hingegen schon zu Beginn klar sagst, worum es dir geht, kann ich dir gleich eine klare Einschätzung geben und dich ggf. an eine passendere Anlaufstelle weiterleiten.
Hier ein Beispiel:
Wunsch: angeturnt und stimuliert werden und garantiert zum Orgasmus kommen
✅ Klare Frage: „Ich möchte gerne eine intensive Genitalmassage und auf jeden Fall zum Höhepunkt kommen. Ist das in einer Sexological-Bodywork-Sitzung bei dir möglich?“
-> Klare und freundliche Antwort: „Danke für dein Interesse und für deine klare Frage. Das ist bei mir nicht möglich. Wende dich mit deinem Wunsch gerne an eine Sexarbeiterin oder Eroktikmasseurin. Alles Gute und liebe Grüße.“
❌ Verschleierte Frage: „Ich möchte gern an meiner Sexualität arbeiten und bin aufgeschlossen für Vieles. Möchte intensive Erlebnisse und meinen Horizont erweitern.“
-> Diese Frage erlaubt mir nicht, zu erkennen, worum es dir im Kern geht und dich ggf. an eine geeignetere Ansprechperson weiterzuleiten. Sie führt zu Missverständnissen und im Extremfall zum Abbruch der Sitzung. Und das möchtest du bestimmt genauso wenig wie ich.
3. Verschone mich mit Dirty Talk und überflüssigen Details
Um dein Anliegen verständlich zu machen, braucht es meist nicht allzu viele explizite Details. Deine Sprache muss nicht steril oder medizinisch sein – aber bitte auch kein Dirty Talk. Finde einen guten Mittelweg.
Hier ein Beispiel:
Thema: vorzeitige Ejakulation
✅ Angemessen: „Ich möchte lernen, meinen Orgasmus beim Sex mit meiner Partnerin länger hinauszuzögern.“
❌ Unangemessen: „Ich komme beim Eindringen in die Muxxx sofort und spritze ab und kann meine Partnerin nicht befriedigen. Bei den letzten 15 mal Sex habe ich jedesmal abgespritzt, bevor ich eingedrungen bin, aber dann auch eine ordentliche Menge.“
Unsicher…?
Vielleicht bist du jetzt ein bisschen verunsichert, wie du auf eine gute Art mit mir in Kontakt treten kannst.
Wenn du zu den Männern gehörst, die sich grundsätzlich Gedanken über ihre Privilegien machen und deine Rolle als Mann auch mal hinterfragst, brauchst du dir wahrscheinlich weniger Sorgen zu machen: du wirst ganz von selber einen angemessenen Ton finden.
Wenn du zu den Männern gehörst, die nach Außen sehr selbstsicher auftreten (und im Innern vielleicht doch unsicher sind), dann schau doch mal, ob du einen Weg findest, die Unsicherheit zuzulassen und zu benennen.
zum Beispiel so:
✅ „Ich habe deinen Leitfaden zur Kontaktaufnahme gelesen und bin unsicher, wie ich auf eine angemessene Art an dich herantreten kann. Mein Anliegen ist folgendes…“
-> Das zeigt mir, dass du dir Gedanken gemacht hast und mich auf die beste Weise kontaktierst, die dir gerade möglich ist.
Ich freue mich, wenn dir mein Leitfaden zur Kontaktaufnahme weiterhilft und du dich daran orientierst. Vielen Dank und vielleicht bis bald!